RETURN TO INNOCENCE
From now on you are my one and only - Druckversion

+- RETURN TO INNOCENCE (https://return-to-innocence.de)
+-- Forum: rollenspiel (https://return-to-innocence.de/forumdisplay.php?fid=3)
+--- Forum: Vergangenheit (https://return-to-innocence.de/forumdisplay.php?fid=24)
+--- Thema: From now on you are my one and only (/showthread.php?tid=86)



From now on you are my one and only - Tora - 04.05.2019

Tora hatte schon den ganzen Tag eine innere Unruhe gespürt und sich noch während der Mittagszeit in den Wald zurückgezogen. Instinktiv wollte sie in diesen Stunden alleine sein, lieber niemanden um sich wissen, sodass sie sich voll und ganz auf das Fohlen unter ihrem Herzen konzentrieren konnte.
Obwohl dies ihr erstes Fohlen war, das sie auf die Welt bringen würde, waren Geburten für die Dunkebraune nicht ungewöhnlich. Sie wusste, was auf sie zukam. Und so war sie regelrecht erleichtert, als  die Wehen einsetzten. Sie gab sich dem sie immer wieder überrollenden Schmerz hin, nahm ihn an und drehte sich schließlich auf der Stelle, um eine geeignete Liegeposition zu finden. 
Nach einer gefühlten Ewigkeit fing Tora an zu pressen, spürte, wie das Fohlen sich immer weiter aus ihrem  Leib schob. Schließlich war der Kopf durch. Sie merkte es, weil es danach leichter wurde. Nach nur wenigen weiteren Wehen war das neue Lebewesen auf der Welt. 
Obwohl sie am liebsten aufgesprungen wäre, um sich ihr Kind anzusehen, konnte Tora es nicht. Die Geburt war kräftezehrend und sie musste noch zwei Atemzüge warten, ehe sie sich endlich liegend ihrem Fohlen zuwenden konnte. <i>Wie hübsch es ist!</i> schoss ihr direkt durch den Kopf, während Sieb begann, war langsam trocken zu lecken. Während sie ihr Fohlen umsorgte, stand Tora schließlich doch auf. So fühlte sie sich einfach sicherer.


RE: From now on you are my one and only - Rhaegar - 04.05.2019

Es war kalt und dunkel als die kleinen braunen Augen des jungen Hengstfohlens sich öffneten und durch einen milchigen Schleier versuchten seine Umgebung auszumachen. Doch da war nichts, nichts außer Schatten die über seinen Körper ragten und sich im sachten Wind hin und her wogen.Das Fohlen blinzelte, dabei klärte sich langsam sein Blick, ehe er kräftig schnaubte und das was seine Atemwege blockierte, letztlich löste. Nun spürte und roch er noch etwas anderes als den kalten Wind, die feuchte Erde und das junge Gras unter seinem kleinen nassen Körper. Sein Köpfchen drehte sich in die Richtung, seine Augen blinzelten wieder und sein Blick ertastete einen weißen länglichen Strich der zwischen zwei dunkelbraune Nüstern mündete. Der junge Hengst prüfte mit seinen eigenen Nüstern die des anderen Pferdes und als sich jene berührten, durchfuhr ein wohliger Schauer den kleinen Körper. Ein brummelndes - von einem Instinkt ausgelöstes - Geräusch verließ seinen Brustkorb. Ja, dieses Wesen war etwas besonderes und sie gehörte zu ihm - oder er zu ihr?

Ungeduld ergriff das braune Fohlen als seine Mutter ihn trocknete und immer wieder startete er den versuch aufzustehen, doch seine endlos wirkenden Beine erschwerten ihn diese Aufgabe und als er erneuert stürzte und dabei auf den Rücken kullerte, bemerkte er sie das erste Mal. Der junge Hengst starrte die hellen Pünktchen am Himmel gebannt an, sein Mund klappte dabei ein wenig auf und während sich die Sterne und der volle Mond in seinen dunklen Augen spiegelten. "W..was?", seine jungfräuliche Stimme brach bei dem Versuch zu sprechen und sich davon gestört fühlend schaute er wieder zu seiner Mutter, auffordernd.


RE: From now on you are my one and only - Tora - 06.05.2019

Es dauerte eine Weile, bis Tora entdeckte, dass sie einen Sohn geboren hatte. Erleichtert seufzte sie, dass sie den Weg gegangen war, der sie von ihrer Mutter und ihren Schwestern wegführte. 
Die Dunkelbraune bewunderte ihren noch namenlosen Sohn, bestaunte wie schnell er versuchte, auf die Beine zu kommen, obwohl sie doch wusste, wie normal dies war. Sie konnte sich an ihrem Sohn einfach nicht sattsehen und versuchte gleichzeitig, ihn so gut es ging zu stützen, wenn er erneut aufzustehen versuchte. Und obwohl ihre ganze Aufmerksamkeit auf dem neuen Lebewesen, dem sie in die Welt verholfen hatte, lag, brauchte Tora einen Moment, ehe sie wirklich begriff, was ihr Sohn von ihr wollte, als er sein erstes Wort sprach.
Es war keine enttäuschte Äußerung darüber, dass der kleine Hengst schon wieder das Gleichgewicht verloren hatte, was Tora erst bemerkte, als sie dem ehrfürchtigen Blick des ebenso Braunen folgte. Und auch sie erkannte die Schoenheit des Augenblicks.
Tora lächelte ihren Sohn liebevoll an und sog dann, die Nüstern in die flauschige Mähne gedrückt, den Geruch des Neugeborenen tief in ihre Lungen. Noch nie hatte ein Fohlen so gut gerochen.
"Das, mein Kleiner, sind die Sterne. Und die große Kugel dort ist der Mond." Leider war Tora damit schon am Ende ihres Wissens. Und sie ärgerte sich darüber, dass ihre Mutter sich nicht die Mühe gegeben hatte, ihre Toechter das Leben zu lehren. Die Braune beschloss in diesem Moment, dass sie ihrem Sohn ein besseres Leben ermoeglichen wollte. Doch dafür würde der kleine Hengst zuerst einen Namen brauchen, der seiner würdig war. Tora atmete seufzend aus, ehe sie ihrem Fohlen die Stirnlocke ein wenig zurechtzupfte. Über einen Namen hatte sie sich doch bisher noch gar keine Gedanken gemacht... Ploetzlich wünschte sich die dunkle Stute doch jemanden an ihrer Seite, der sich die Verantwortung mit ihr teilte.



RE: From now on you are my one and only - Rhaegar - 09.05.2019

Der junge Hengst lauschte der sanften Stimme seiner Mutter und prägte sich jedes Wort, sowie jede Nuance ihre Tonlage ein. Es glich einem Geschenk welches sie ihm machte indem sie mit ihm sprach, ihm seine Frage beantwortete und ihn ihre Stimme hören ließ. Eine Stimme, die so viel klangvoller war als seine eigene viel zu piepsige Stimme. "Sterne gut oder?", setzte er wieder an und wandte dann den Blick wieder von den leuchtenden Punkten ab und bedachte seine Mutter mit einem ruhigen, beinahe besonnenen Ausdruck in den dunklen Augen.
Dann leckte er sich über die Lippen und wandte seine Aufmerksamkeit wieder auf seine Beine. Diese unsäglich langen Dinger die ihn zuvor so im Stich gelassen hatten. Konzentriert schob sich seine Stirn in Falten, während er wieder versuchte seine Beine unter seinen Körper zu bringen. Noch ein oder zweimal kullerte er auf die Seite, ehe er mit zusammengepressten Lippen tatsächlich zum stehen kam.
Stolz wippte sein Schweif in die Höhe und er machte einen ungelenken Hüpfer, ehe er gegen seine Mutter stieß und sich gegen sie stützen musste, um nicht gleich wieder das Gleichgewicht zu verlieren. Das Fohlen seufzte leise und angestrengt, ehe er - an den Bauch seiner Mama gelehnt - einen ansprechenden Geruch wahrnahm, der ihn unter ihren Bauch lockte, wo er auch sogleich seine erste Mahlzeit fand.

Irgendwo hörte man den Schrei eines Uhus als das Fohlen wieder den Kopf unter dem Bauch seiner Mutter hervorzog. Seine Ohren zuckten interessiert und ungelenk watschelte er um seine Mutter herum, damit er wieder auf Höhe ihres Kopf stand. "Was war das?", fragte er und schaute sich interessiert um. "Gibt es mehr wie uns?", fragte er weiter und schaute an seiner Mutter herunter, dann an sich, dann seine Umgebung. Nein, da waren keine die wie sie waren. Dann mussten sie wohl etwas besonderes sein!


RE: From now on you are my one and only - Tora - 15.08.2019

"Ja, mein kleiner Schatz, die Sterne sind gut. Und wunderschön." Aber nicht halb so schön wie das frisch geborene Leben an ihrer Seite, wie Tora voller Erstaunen feststellte. Sie sog die Luft tief ein und nahm den Duft ihres Fohlens abermals auf. Der kleine Hengst roch viel zu gut. Viel besser als die anderen Neugeborenen, ihre Schwestern und Brüder, deren Eigengeruch sie in den vergangenen Jahren auch immer wieder riechen konnte.
Wie stolz war Tora, als der kleine, noch namenlose Hengst es schaffte, sich auf die Beine zu stemmen und stehen zu bleiben. "So machst du das prima." Und schon im nächsten Moment rumpelte der Hengst gegen ihren Körper. Unterstützend, dass der Kleine das Gleichgewicht nicht verlor, drehte Tora ihm ihren Kopf zu und stützte ihn am Po. Der kleine Kopf war schon an ihrem Bauch angelehnt, sodass sie hoffte, den Kleinen gut stützen zu können, ehe er einen erneuten Versuch unternehmen würde, die eigenen vier Stelzen siegreich zu benutzen.
Doch statt sich weiter auf seine Laufversuche zu konzentrieren, wurde der kleine Kerl abgelenkt. Zufrieden schnaubte Tora, als ihr Fohlen anfing Milch zu trinken. Dieser ganze Moment fühlte sich so richtig an und sie war dankbar, dass sie vor fast einem Jahr Quentin getroffen hatte. 
"Das war ein Vogel. Ein Uhu," erklärte Tora ihrem Sohn, den Blick kaum von ihm wenden könnend. Dann lächelte sie. "Ja, natürlich gibt es mehr von uns. Viele mehr. Ich kenne hier zwar selbst noch nicht viele, aber wir werden sie zusammen kennen lernen. Was hältst du davon, Rhaegar?" Der Name war ihr plötzlich einfach so im Sinn gewesen und die braune Stute wusste sofort, dass es der richtige Name für ihren erstgeborenen Sohn war. Denn obwohl die Geburt alles andere als Zuckerschlecken war, wusste sie schon jetzt, dass Rhaegar nicht ihr einziges Fohlen gewesen sein sollte. Dafür war sie schon jetzt viel zu vernarrt in den kleinen Braunen mit dem wunderschönen Stern auf der Stirn. Liebevoll knabberte sie ein wenig an dem Mähnenkamm des Fohlens.
"Wenn du magst, können wir die anderen suchen, sobald du sicher auf den Beinen bist." Rhaegar machte es ihr in der Tat bisher sehr einfach. Sie hatte auch direkt das Gefühl, er wäre schlauer als die meisten Fohlen, jedenfalls hatte sie das Gefühl, in den jungen Augen eine Weisheit zu sehen, die sie noch bei keinem Fohlen zuvor gesehen hatte.